„Foulard“ ist eines dieser französischen Wörter, die klingen wie die Sache, die sie beschreiben — weich, leicht, ein wenig luxuriös. Zunächst war es nur der Name für eine feine bedruckte Seide; heute meinen wir damit das quadratische Tuch, das seit zwei Jahrhunderten still jedes Outfit zu Ende bringt.
Die Seide und ihr langer Weg
Jahrtausendelang war die Seide Chinas Geheimnis, nach Westen getragen über jene Handelswege, die ihren Namen von ihr bekamen. Als sie Europa erreichte, war sie der Stoff des Standes — und das bedruckte Halstuch aus Seide wurde zum festen Bestandteil der gut Gekleideten, von der Halsbinde bis zum Fichu.
Das Quadrat wird erwachsen
Das moderne Seidenquadrat — das Carré — fand seine endgültige Form im Paris der 1930er-Jahre, wo Druckhäuser begannen, bedruckte Quadrate aus feiner importierter Seide zu fertigen. Es wurde zur Leinwand: ein kleiner, tragbarer Druck, der ein Gemälde, eine Landkarte, ein Stück Mythologie fassen konnte. In den Jahrzehnten danach wuchs es zu einem der wiedererkennbarsten Accessoires der Welt.
Ein Tuch ist die kleinste Galerie, die man besitzen kann — und die einzige, die man zum Dinner tragen kann.